Die Pflege des Riesenschnauzers

Obwohl der Riesenschnauzer sicherlich kein Schoßhund ist, lebt er aufgrund seiner Verbundenheit zu seiner Familie er am liebsten mit seinem „Rudel“ in der Wohnung oder im Haus. Allerdings kann er aufgrund seines wetterresistenten Fells, das ihn das ganze Jahr über vor allen Witterungsverhältnissen schützt, zumindest stundenweise in einem ausreichend großen Zwinger oder einer Außenanlage gehalten werden, sofern diese ihm die Möglichkeit bietet, sich seinen Wünschen entsprechend den jeweiligen Witterungsverhältnissen zu entziehen. Niemals jedoch sollte sich der Kontakt zu seinen Menschen nur auf die Fütterungszeiten und auf kurze Ausläufe beschränken. Der Riesenschnauzer benötigt schon aufgrund seiner Größe und seines Charakters ein größeres Maß an Auslauf und vor allem Beschäftigung oder gar Aufgaben. Mit gewissem Training eignet er sich auch hervorragend als Begleiter am Fahrrad. Will man mit seinem Riesenschnauzer sportliche Ziele verfolgen, empfiehlt es sich - wie bei anderen Hunden auch - ihn vorher im Alter zwischen 15 und 18 Monaten auf Hüftgelenksdysplasie (HD) untersuchen zu lassen.
 
Hinsichtlich der Pflege des Riesenschnauzers ist zu berücksichtigen, dass er in regelmäßigen Abständen getrimmt werden muss. Dies ergibt sich aus der besonderen Textur des ihm eigenen Drahthaares, das in Zyklen wächst. Jeder Zyklus, während dessen das Haar zu seiner vollen Länge heranwächst, dauert je nach der individuellen Struktur des Haares vier bis sechs Monate.

Zum Ende der Reifephase kann das Haar per Hand gerupft oder getrimmt werden. Dies hat zum Vorteil, dass der Riesenschnauzer im Unterschied zu den meisten anderen Haartypen nicht von sich aus sein Haar abstößt. Der klassische Haarwechselprozess, der meist mehrere Wochen andauert und überall abgestorbenes Haar zurücklässt, entfällt also bei richtiger Pflege des Drahthaares.

Ansonsten benötigt der Riesenschnauzer - ebenso wie andere Hunde auch - nur eine tägliche routinemäßige Pflege, die der Sauberkeit und allgemeinen Gesunderhaltung dient. Denn das tägliche Kämmen des Bartes und der Brauen sowie zumindest kurze Bürsten des Körpers erleichtern das Auffinden von Ungeziefer, z.B. von Zecken, bzw. Erleichtern das frühzeitige Erkennen kleinerer Verletzungen.

 

Trimmanleitung für den Riesenschnauzer

Als erstes wird das Haar gründlich durchgebürstet und der Bart und die Augenbrauen mit dem Kamm ausgekämmt. Beim leichten Zupfen mit den Fingern oder einem stumpfen Trimmesser kann man feststellen, ob das Deckhaar reif für's Trimmen ist. Wenn nicht, wird nur lose Unterwolle ausgekämmt, ohne die harte Granne auszureißen.

1. Augenbrauen nach...

... vorn kämmen, ebenso den Bart, damit mit der Schermaschine eine Kante zur Augen-Ohren-Linie und zum Bart geschnitten werden kann. Die Ohren werden ringsherum mit der Schere sauber geschnitten. Vorsicht, nicht zu knapp, sonst kann es zu Verletzungen kommen.

2. Der Hinterkopf...

... und die Stirn werden nur getrimmt mit dem kleinen Trimmstriegel und nicht geschoren.

Die Übergänge zu den geschorenen Ohren werden mit der Effilierschere angeglichen.

3. Die Augenbrauen...

... werden mit der Schere von der Nasenspitze bis zum äußeren Augenwinkel angeschrägt. Bis an die Grenze zu den Augenbrauen wird herangetrimmt, entweder mit dem kleinen Trimmstriegel oder dem Trimmmesser.

4. Die Augenbrauen...

... noch einmal aus einer anderen Perspektive. Die Augenbrauen werden mit der Schere von der Nasenspitze bis zum äußeren Augenwinkel angeschrägt. Duke hat hier Seitenscheitel, damit man die Linie besser sieht, die Augenbrauen werden aber natürlich gerade geschnitten!

5. Am Ohr ist...

... äußerste Vorsicht angebracht. Verletzungsgefahr! Das Ohr wird innen mit dem Strich nach außen geschoren. Die Haare der Ohrmuschel und im Gehörgang werden vorsichtig ausgezupft, entweder mit einer stumpfen Pinzette oder besser mit den Fingern. Es dürfen keine losen Haare in den Gehörgang geraten.

6. Die Rutenhaare...

... werden mit Effilierschere ans Deckhaar angeglichen. Wenn es mit der richtigen Form gar nicht klappen will, wird da auch schon mal die Schermaschine angesetzt, um sie wieder "rund" zu bekommen. Eine Fahne sollte nicht stehen bleiben, es würde eher unordentlich aussehen.

7. Der Bart...

... wird nach vorn gebürstet, sodass der Kopf eine möglichst rechteckige Form erhält. Die Ohren werden mit dem Strich geschoren (3mm). Ebenso die Kehle und der Hals. Die Übergänge mit der Effilierschere angleichen.

8. Die Halslinie...

... wird mit der Effilierschere angeglichen. Der Nacken wir übertrimmt. Die Schulter wird heruntergetrimmt, um die Konturen zur Geltung zu bringen. Bei Hunden ohne Brust kann mehr Haar stehen gelassen werden, um sie optisch etwas heraus zu modellieren.

9. Das Brusthaar...

... wird mit der Effilierschere gründlich durchgekürzt. Unter der Brust eine schöne Haarlinie stehen lassen. Die Übergänge zum Hals können mit der Effilierschere angeglichen werden. Die Vorderbeine werden vorn nur leicht eingekürzt, nicht geschnitten.

10. Das Beinhaar...

... (die Fahnen) der Vorderbeine wird erst glatt nach hinten gebürstet und dann mit der Schere zur runden Säule geschnitten. Die Effilierschere kann hier noch den feinen Schliff bringen.

11. Die Winkelungen...

... sind mit der Maschine gesäubert worden und die Übergänge zum Deckhaar sind mit der Effilierschere angeglichen worden (Pfeile). Die Hinterhand wird so getrimmt, dass Muskulatur und Sprunggelenk schön zur Geltung kommen.

12. Der Po...

... wird mit der Maschine geschoren (3mm). Die Übergänge werden mit der Effilierschere angeglichen (Pfeile). Die Haare an den Geschlechtsteilen werden vorsichtig mit einer abgerundeten Schere gekürzt.

13. Die Pfoten...

... werden mit der Zupfbürste zurechtgebürstet und dann alle über den Ballen stehenden Haare von unten nach oben abgeschnitten. Sie soll wie eine kleine runde Katzenpote erscheinen.

14. Auf der Pfotenunterseite...

... wird das überstehende Haar gekürzt, damit der Schnauzer wieder auf den Ballen läuft und auf glattem Untergrund nicht ins Rutschen kommt...

15. Die Unterlinie...

... wir sauber vom Ellenbogengelenk bis zum Bauchnabel mit der Schere geschnitten. Am Gesamtbild sieht man, wo noch Hand, bzw. die Schere angesetzt werden muss.

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